Gutes Fett und Killerfette
Viele Menschen wissen, dass Fette grob eingeteilt werden in "gesättigte" und "ungesättigte" Fette.
Wenn ich aber in den ersten Beratungsgesprächen um die Aufzählung eines Beispiels aus den jeweiligen Kategorien bitte, begegnet mir Schweigen. Und genau das ist das "fetteste" Problem in der Ernährung.
Die Öffentlichkeit weiß nur unzureichend über Fette Bescheid. Das geht sogar so weit, dass in einem der ersten Sätze meiner Neukunden betont wird: " Ich ernähre mich gesund und ich esse so gut wie kein Fett." Und genau das ist das Problem:
- Wo lernen wir noch etwas über gesunde Ernährung?
Also glauben Sie nur sich gesund zu ernähren
- Wenn Sie Fett meiden, dann nehmen Sie zu, denn damit erlahmt der Energiestoffwechsel.
Und damit kommen wir zur Unterscheidung von gesättigten und ungesättigten Fetten, also den tierischen und den pflanzlichen Fetten.
Die tierischen Fette von Würsten, Kuchen, Torten, fettem Käse, Frittiertem, Butter, Schmalz, Schweinefleisch und Keksen lagern sich in den Hüften, dem Bauch und allen anderen Fettdepots an, wenn sie nicht in den Muskeln verbrannt werden. Es macht uns träge, alt und krank.
In den Gefäßen lagert es sich ab und verengt sie. Die Folgen sind Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Die feineren Gefäße im Gehirn werden durch die Verengung so geschädigt, dass Vergesslichkeit, Altersdemenz und Alzheimer mit verursacht werden können.
Nun werden Sie sagen: " Mein Großvater hat sein ganzes Leben genau diese fetten Sachen gegessen und ist 96 Jahre alt geworden!"
Genau! Aber vergessen Sie bitte nicht, wie unsere "Großeltern" noch gelebt bzw. gearbeitet haben. Denken Sie an die schwere Arbeit in der Landwirtschaft von früh um 5 Uhr bis abends um 19 Uhr! Oft ohne Urlaub ein Leben lang!
Oder der Haushalt ohne technische Geräte wie Waschmaschine, Staubsauger, Kühlschrank usw. Diese Generationen konnten noch viel mehr Fette gebrauchen als wir, denn sie haben sie verbrannt.
Aber auch damals gab es die Anderen schon: Die Reichen, die von allem zu viel aßen und körperlich nicht die entsprechende Bewegung hatten. Die erkrankten auch schon zu Großvaters Zeiten an all diesen Krankheiten, mit denen wir uns heute plagen.
Gibt es Vorwarnungen, ob Sie auch zu solcher Risikogruppe gehören?
Ja, denn Fett kann man heute messen. Ich rede nicht von denjenigen, die es täglich anschauen können, außer sie hängen alle Spiegel zu. Ich rede von denen, die ein normales Gewicht haben. Sie befinden sich oft in einer trügerischen Sicherheit.
Heute kann man eine Körperfettanalyse machen lassen. (Bioelektrische Impedanzanalyse) Hierbei werden elektrisch die Widerstände gemessen. Fett hat einen anderen Widerstand als Blut, Muskelmasse, Knochen usw. Diese Messungen gehen schnell und tun nicht weh. Das Körpergewicht alleine sagt nämlich noch nichts über den Körperfettanteil im Körper, in den Eingeweiden, den Organen usw. aus. Ein dicker Mensch kann durchaus einen angemessenen Körperfettanteil haben und ein Dünner einen viel zu hohen.
Genau das ist auch ein Risiko bei Diäten. Man nimmt dadurch selten Körperfett ab, aber genau das macht uns krank. Nicht unbedingt das Gewicht. Deshalb sind ständiges Diäthalten kein Weg zu einem gesunden Leben.
Zum Glück gibt es eben auch die anderen Fette. Die Wichtigen, die Pflanzenfette oder auch die ungesättigten Fette.
Über diese Fette und auch deren Unterscheidung in einfach ungesättigte Fette und mehrfach ungesättigte Fette, gab es in den neunziger Jahren spektakuläre Stoffwechselforschungen, die in Deutschland nur mühsam an die Öffentlichkeit dringen.
Weltbekannt auf dem Gebiet der Fettforschung wurde Frau Dr. Johanna Budwig. Sie war Gutachterin in oberster Bundesbehörde für Arzneimittelzulassung und wurde mehrmals für ihre Fettforschung, die zur Bekämpfung und zur Prophylaxe von z.B. Krebs eine bahn brechende Rolle spielte, zum Nobelpreis vorgeschlagen.
Früher galt: Pflanzenfette sind gesünder als tierische Fette. Inzwischen ist klar, dass man das so einfach nicht mehr sagen kann. Bestimmte pflanzliche Fette werden nämlich durch Sauerstoff zu Zeitbomben umgewandelt.
Wie das geht? Stellen Sie sich vor, Sie sind dabei, einen Apfel zu essen. Die Hälfte haben Sie schon geschafft, da klingelt das Telefon. Es ist die beste Freundin und das Gespräch dauert. Als Sie endlich wieder zurück in der Küche sind, ist der Apfel ... braun geworden. Durch den Sauerstoff wurde ein oxidativer Prozess eingeleitet. Man könnte auch sagen, der Apfel ist rostig geworden. So geht es auch einigen Pflanzenfetten in unserem Blut. Sie oxidieren schnell. Nun ist das bei dem Apfel noch keine Zeitbombe, aber bei den Fetten schon.
Oxidiertes Fett ruiniert Zellen, schlägt Kerben in Arterien, verklumpt das Blut, schwächt das Immunsystem, fördert Krebs, löst entzündliche Prozesse aus und fördert damit Autoimmunerkrankungen.
Es scheint also nicht so, dass alle pflanzlichen Fette gesund sind. Man sollte also genauer hinschauen, sich informieren. Bestimmte pflanzliche Fette sind essentiell, wie Alpha-Linolensäuren, also auf die kann der Körper nicht verzichten und deshalb ist es ein Desaster, wenn Neukunden mir ganz stolz verkünden, sie essen keine Fette.
Die Fettforschung ist ein umfangreiches Gebiet mit absolut spannenden Erkenntnissen. Eines der intensivsten Themen in meiner Ernährungsberatung, die meinen Kunden völlig neue Einsichten vermitteln.
Fette können Tod oder Leben bedeuten, wenn man sie kennt und richtig einsetzt.
Ulrike von Essen
Ernährungsberaterin
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