Gesunde Ernährung:

Ernährungsberaterin
Ulrike von Essen

Gesunde Ernährung - ein Modetrend?

Immerhin ist die Gesundheit genau das, was sich die meisten Menschen wünschen:
"Ein gesundes Neues Jahr!"
"Alles Gute und Gesundheit zum Geburtstag!"
" Komm gesund zurück!"
" Machs gut und bleib gesund!" Und viele ähnliche Wünsche kennt jeder von uns und das war sicher schon seit tausend Jahren so.


Die meisten Menschen sehen die Gesundheit als ein schicksalhaftes Gut an, das entweder "über einen kommt" oder aus Gründen, die nicht von dieser Welt sind − wir also nicht in der Hand haben, abhanden kommt.
An dieser Stelle sei ganz klar gesagt, dass es einen Unterschied gibt von ernährungsbedingten Erkrankungen und anderen. Wenn man sich aber der Liste aller ernährungsbedingten Erkrankungen zuwendet und sie eingehender betrachtet, wird man staunend fragen, wer sonst noch in den Wartezimmern der Ärzte sitzt, außer den Patienten mit Symptomen resultierend aus einer über Jahrzehnte anhaltender Fehl- Unter- oder Überernährung.

Die Crux an der Sache ist, dass das "Otto Normalverbraucher" gar nicht einschätzen kann. Wo bitte lernen wir denn heute noch was eine "gesunde" Ernährung wirklich ist? Im Elternhaus, indem beide Eltern arbeiten und die Kinder sich selbst überlassen sind? Dort, wo die Mütter ihren Kindern 2 Euro auf den Schulweg mitgeben und sagen: "Kauf dir was zu essen?" Und dann die Zuckerschnecke in den Mund kommt? Diese Kinder werden als Erwachsene weder kochen noch ein vernünftiges Frühstück für sich oder für ihre Kinder bewerkstelligen können.

Denken Sie, Gesunde Ernährung sollte in den Schulen unterrichtet werden? Das wäre sicher eine Möglichkeit. Aber es ist schon ziemlich einfach, die Verantwortung immer von sich auf andere zu schieben und ehrlich, lernt es sich nicht viel besser im täglichen Praxisbezug?
Und in den Ausbildungen lernen wir auch nichts über gesunde Ernährung. Erschreckend sind nur die Krankheitsquoten der Lehrlinge, die mangelnde Konzentration und die "Null Bock" Stimmung derer, die ewig nur Fastfood in sich hinein stopfen und das "cool" finden. In Anbetracht der Tatsache, dass sich immer weniger Menschen leisten können, krank zu sein, sollten wir endlich beginnen, selbstverantwortlich etwas für unsere Gesundheit zu tun und dafür auch einen Teil unseres Einkommens zu investieren.

Der Einwand, den ich als Ernährungsberaterin am meisten höre um dieser Eigenverantwortung zu entgehen ist: "Mein Arzt sagt, alle meine Werte sind in Ordnung." Oder: "Ich bin medikamentös gut eingestellt!" Also habe ich doch die beste Ausrede, mich noch nicht um meine Gesundheit zu kümmern.
Lesen manche Menschen eigentlich auch die Beipackzettel ihres so tollen Medikaments, das sie aber immer einnehmen müssen, um die Symptome ihrer Erkrankung künstlich im Griff zu behalten? Deren Nebenwirkungen aber später ein neues Medikament nach sich ziehen werden? Und irgendwann sitze ich im Pflegeheim mit einer Medikamentenkiste von deren Einnahme man schon satt sein könnte und werde zwar 110 Jahre alt, bekomme aber als Demenz- oder Alzheimerpatient nichts mehr von meiner Umwelt mit. Wer will für diesen Preis so ein Alter?


Leider vergessen viele Menschen, dass wir in Deutschland nur noch Fachexperten ausbilden. Der Arzt von heute ist nicht mehr der Hausarzt, das Faktotum, das er mal in früheren Zeiten war. Die Ärzte von heute behandeln den Patienten nur, wenn er schon krank ist, also dann, wenn die Gesundheit praktisch abhanden gekommen ist. Er bekämpft fast immer mit einem Medikament das Symptom einer Erkrankung, aber er behebt selten die Ursache. Wenn sie also einen Arzt fragen würden, wie sie sich denn gesund ernähren können oder wie sie Krebs, Diabetes, Allergien oder Herz- Kreislauferkrankungen, Bandscheibenvorfälle, Verdauungsstörungen usw. wirkungsvoll vorbeugen können, wäre das so, als ob sie ihren Gärtner bitten würden, ihre Waschmaschine zu reparieren und er vielleicht das Problem anschaut, aber es letztlich nicht beheben kann und dabei kann es sich durchaus um einen hervorragenden Gärtner handeln.
Letzten Endes haben wir es selbst in der Hand Prioritäten zu setzen. Schließe ich also eine Krankenhaus- Tagesgeldversicherung ab, wird das nicht so nützen, als in den eigenen Körper zu investieren.

Gesundheit fängt auf Zellebene an und das bedeutet, dass wir unsere Ernährung vielleicht mit ganz anderen Augen anschauen sollten und dann sinnvoller investieren als in Medikamente, Arzt oder Therapiekosten, die keiner mehr bezahlen kann wenn die Solidargemeinschaft komplett krank ist.
Die moderne Medizin hat ihren Stellenwert, aber sie kann keine Strategie zur Gesundheit sein. Die Frage nach der gesunden Ernährung ist kein Modethema, aber es wird immer dringender aufzuklären, worin sie besteht.

Der Philosoph Arthur Schopenhauer brachte es bereits auf den Punkt, als er sagte:
"Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts."
Ulrike von Essen Ernährungsberaterin


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Ulrike von Essen

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